Der Retriever

Der Retriever ist eine sehr beliebte Hunderasse, die eine Zeit lang eine richtige Mode Erscheinung war. Allerdings führt dies auch unweigerlich wieder zu Problemen. Viele Menschen haben sich einen Retriever angeschafft, weil er gerade in Mode und sehr stark als Familienhund verschrieben war. Eigenschaften wie kinderlieb, einfach zu erziehen und familientauglich geisterten durch die Köpfe der Menschen und so kam es, dass viele Leute sich einen Retriever, meist einen Golden Retriever oder aber einen Labrador Retriever zulegten, ohne sich vorher genau über die wirklichen Bedürfnisse dieser Hunderasse zu informieren. Natürlich stimmen diese Eigenschaften, aber in erster Linie sind Retriever nun einmal Jagdhunde und als solche sollten sie auch gehandhabt werden. Dass sie darüber hinaus familientauglicher sind, als manch andere Hunderasse, steht außer Frage, dennoch brauchen sie, wie jede andere Hunderasse, einen individuellen Umgang. Dabei reicht es eben nicht, dem Hund ein Körbchen ins Wohnzimmer zu stellen und ihn am Familienleben teilhaben zu lassen.

Wer englisch kann, hat den ursprünglichen Zuchtgedanken für Retriever schon erfasst. To retrieve steht im Deutschen für zurückbringen, apportieren und das ist auch nach wie vor eine Hauptleidenschaft aller Retriever, solang sie nicht komplett aus der Art schlagen. Retriever sollten die Jäger dahingehend unterstützen, erlegtes Feder- und Wasserwild zu ihnen zu bringen. Wer bereits einen Retriever besitzt, wird sich nun nicht mehr darüber wundern, warum er seinen Hund häufig in sämtlichen Arten von Gewässern antrifft, sei es auch noch so dreckig und dass dieser nicht einmal vor der kleinsten Pfütze halt macht. In den weiteren Charaktereigenschaften der Retriever sind nämlich auch Wasserfreude und eine hervorragende Schwimmtechnik vermerkt.

Retriever zeichnet ein großer will-to-please aus, was soviel bedeutet wie, dass sie ihrem Menschen um jeden Preis gefallen wollen. Sie sind sehr zuverlässige Hunde, die sich leicht lenken lassen. Allerdings muss man auch hier sofort Einschränkungen nennen. Dies gilt natürlich nur für Menschen, die sich mit Hunden zumindest in den Grundzügen auskennen. Ein total unerfahrener Hundebesitzer kann einen Retriever auch verkorksen und ihn zu einem ängstlichen Hund erziehen, der schlecht hört und auch sonst allerlei Probleme an den Tag legt. Retriever sind aber sehr lernbegierig. Ist das Herrchen oder Frauchen das auch, kann aus den beiden ein richtig gutes Team werden. Unerfahrene Hundebesitzer haben ja immer noch die Möglichkeit, sich Hilfe in der Hundeschule oder bei Hundetrainern zu holen. Außerdem empfiehlt es sich immer, sich vor der Anschaffung eines Hundes, egal welcher Rasse, genau über dessen Bedürfnisse zu empfehlen.

Es gibt sechs verschiedene Retriever Arten, die in den Zuchtverbänden anerkannt sind. Den Golden Retriever, wahrscheinlich die Art, die die meisten Menschen kennen und den es vermutlich am Häufigsten gibt, den Labrador-Retriever, wie der Name schon sagt, eine Kreuzung aus Labrador und Retriever, den Flat-Coated-Retriever, der wesentlich dunkler ist, als ein Golden Retriever, den Curly-Coated-Retriever und schließlich noch den Chesapeake-Bay-Retriever und den Nova-Scotia-Duck-Tolling-Retriever. Letztere sind in Deutschland relativ selten anzutreffen, haben aber trotzdem eine große Anhängerschaft. Mittlerweile werden Retriever nur noch selten bei der Jagd eingesetzt, wie oben schon erwähnt, hat sich ihre Rolle mehr hin zum Familienhund entwickelt. Solange trotzdem mit dem Hund gearbeitet wird, ist dies auch kein Problem. Arbeit kann für einen Retriever schon ein interessantes Spiel sein, bei dem er zum Beispiel immer wieder ein Stöckchen oder einen Ball bringen muss. Nur zu lange sollte man dies auch nicht ausreizen, sonst wird es dem Tier bald langweilig.

Ansonsten findet man Retriever auch oft unter Rettungshunden, zum Beispiel bei Lawinensuchtrupps oder anderen Rettungstrupps. Durch seine Wasserleidenschaft kann das Tier auch als Wasserrettungshund eingesetzt werden. Auch als Suchhund oder Drogenspürhund kann man Retriever einsetzen. Diese Rasse gehört auch nicht gerade zu den Kleinhundrassen. Sie können eine Höhe von 51 bis 61 Zentimeter erreichen, das Idealgewicht liegt bei etwa 30 bis 40 Kilo.